Sport und große Emotionen

Packende Ballwechsel und große Emotionen erlebten die etwa 750 Zuschauer bei den Deutschen Jugendmeisterschaften im Para-Tischtennis der unter 25-Jährigen beim TTC Oberbrechen. 74 Athleten duellierten sich in acht verschiedenen Wettkampfklassen und der gemischten Doppelkonkurrenz in der Emstalhalle.

Die Veranstaltung begann mit einer feierlichen Eröffnungszeremonie, angeführt von Hessens Innenminister Peter Beuth. Die 17 Jahre alte „X-Factor-Teilnehmerin“ Vanessa Müller aus Oberbrechen sang die Nationalhymne und sorgte gleich für Gänsehautstimmung. Die Meisterschaften begannen mit dem Doppelturnier, das im K.-o.-System ausgetragen wurde. Mit dabei auch die 18-jährige Marlene Reeg von der TTG Büßfeld, die mit Lena Kramm (München) antrat. 2017 waren die beiden Vize-Europameisterinnen geworden und hatten Bronze bei der Team-Weltmeisterschaft gewonnen. 

Lena Kramm, linksseitig gelähmt, war zudem Teilnehmerin an den Paralympics 2016 in Rio de Janeiro. „Unsere kurzfristigen Ziele sind der Sieg bei der heutigen Meisterschaft und auch der Gewinn des EM-Titels in diesem Jahr“, sagte Lena Kramm. Beide Spielerinnen sind Teil der Deutschen Nationalmannschaft und trainieren gemeinsam bei diversen Kaderlehrgängen. „Ein absoluter Traum wäre es, wenn wir zusammen bei den Paralympics 2020 in Tokio antreten könnten“, betonte Marlene Reeg, der der linke Unterarm fehlt. 

Für den Titel bei den Deutschen Jugendmeisterschaften reichte es jedoch nicht. Das Duo unterlag in einem packenden Finale Elias Monden (TSF Heuchelheim) und Laurenz Fehling (Hydro Nordhausen), der kleinwüchsig ist. In den Einzel-Wettbewerben waren besonders die hessischen Sportler sehr erfolgreich. Die 16 Teilnehmer, die von Landestrainer Fabian Lenke betreut wurden, gewannen zweimal Gold und fünfmal Bronze. 

Maximilian Zuber (RSC Frankfurt) – im Rollstuhl sitzend – wurde in der Wettkampfklasse 1-5 neuer Deutscher Jugendmeister. Marlene Reeg, die das Endspiel der Doppelkonkurrenz zuvor noch unglücklich verloren hatte, durfte sich dann doch noch über einen Titel freuen: Die Hessin siegte in der Wettkampfklasse 9 und war sichtlich stolz auf ihre Leistung. Die weiteren Deutschen Meister heißen Maximilian Kröber (PSC Berlin), Tim Laue (SV Hoffeld), Lea Bauer (TV Echterdingen), Joshua Wagner (BSG St. Ingbert), Mio Wagner (TSV Gut Heil Heist) und Mika Winnen (Gelsenkirchen). 

Die Veranstalter des Deutschen Behindertensport-Verbandes und des TTC Oberbrechen waren sichtlich zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung. „Im Oktober 2018 haben wir einen Anruf erhalten und wurden gefragt, worden ob wir die Meisterschaften austragen wollen. Nach Beratungen mit unserem kompletten Vorstand haben wir uns dann entschieden die Veranstaltung auszurichten“, sagte Günther Königstein, Abteilungsleiter für Kommunikation und Sport des TTC Oberbrechen. „Wir haben heute über 70 Helfer im Einsatz, ohne die eine solche Veranstaltung nicht durchgeführt werden kann“, erklärte er. 

Unterschiedlichste Plattformen hatte der TTC Oberbrechen genutzt, um auf das Event aufmerksam zu machen. „Wir haben sogar extra eine Veranstaltungswebsite erstellt“, sagte Katja Peteratzinger, die für die Öffentlichkeitsarbeit im TTC verantwortlich ist. „Es ist uns eine besondere Freude, so viele verschiedene Menschen in Oberbrechen zusammenzuführen“, so Günther Königstein.